Stellungnahme des VDA zur Green Week der EU

EU will Artenvielfalt retten – und vergisst dabei die Einbindung seiner Bürger!



Anlässlich der Green Week der Europäischen Kommission (https://www.eugreenweek.eu/en/week-overview) erinnert der Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA) daran, dass eine wichtige Säule des Artenschutzes und Arterhaltes bislang von der EU nahezu völlig ignoriert wird: Jene Bürgerinnen und Bürger nämlich, die seit Jahrzehnten aktiv am Artenschutz, an der Gewinnung von Wissen über bedrohte Arten und an deren Erhaltung durch Nachzucht mitwirken.



Zwar fokussiert sich die EU-Biodiversitätsstrategie bis 2030 auf den Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Habitate, aber die Frage, wie die uns bekannte Artenvielfalt angesichts immer kleiner werdender natürlicher Refugien, klimatischer Veränderungen und einer andauernden Überbeanspruchung natürlicher Ressourcen durch den Menschen tatsächlich gerettet werden kann, bleibt offen. So sind allein über 40 Prozent der globalen Amphibienarten längst vom Aussterben bedroht. Die Artenvielfalt, wie wir sie kennen, wird ohne den Gedanken von „Archen“ kaum auch nur annähernd bewahrt werden können. Engagierte und sehr sachkundige Aquarianer und Terrarianer aus dem VDA sind deshalb etwa in Erhaltungszuchtprojekte für bedrohte Fisch- und Lurcharten eingebunden.



Angesichts dieser Umstände ist es aus Sicht des VDA verwunderlich wie auch bedauerlich, dass die EU im Rahmen ihrer Biodiversitätspolitik den Bürgerinnen und Bürgern lediglich die Rolle von Zuschauern zuweist, statt sie aktiv einzubinden. Europa hat schließlich eine über 100jährige Tradition der Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern am ökologischen Erkenntnisgewinn durch die Haltung und Zucht vieler Arten von Fischen, Amphibien, Reptilien und anderen Tierarten in privater Hand. Die wirklichen Experten im Umgang mit vielen dieser Tierarten und auch vielen


Pflanzenarten sind überwiegend Privatleute mit viel Engagement, die von Wissenschaft und Zoologischen Gärten wegen ihres Wissens und ihrer Erfahrung geschätzt werden.



VDA-Präsident Jens Crueger fordert daher: „Die EU-Strategie sollte künftig auch auf Projekte setzen, bei denen kompetente Privathalter gemeinsam mit Artenschützern, Zoologischen Gärten und Wissenschaftlern sogenannte ‚Erhaltungsnetzwerke‘ bilden, um bedrohte Fische, Amphibien und Reptilien vor dem Aussterben zu bewahren.“