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De-Extinction – Können wir ausgestorbene Tiere wieder zum Leben erwecken?

Lesezeit: 3 Minuten

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Am 29. November 2022 veröffentlichte die Ampelkoalition den Antrag „Ein Paris-Moment für die Natur – Für einen ambitionierten globalen Rahmen zum Schutz der Biodiversität“. Zu Beginn wird festgestellt: „Von den acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit sind eine Million vom Aussterben bedroht. (…) Neben der Klimakrise ist der Verlust der biologischen Vielfalt die zweite große ökologische Krise unserer Zeit.“ Nach Ausführungen zur Rolle Deutschlands bei der Finanzierung von Projekten zum Schutz der globalen Biodiversität sind im Antrag 21 Forderungen formuliert. Punkt 11 ruft die Bundesregierung auf, „im Rahmen der Verhandlungen die Erforschung biotechnologischer Verfahren in allen Anwendungsgebieten zu unterstützen und die Ergebnisse anzuerkennen.“ Diese Forderung ist wenig konkret und lässt viel Interpretationsspielraum. Trotzdem lohnt es sich es ein wenig über den Tellerrand zu schauen und über mögliche zukünftige Handlungsoptionen der Bundesregierung nachzudenken. Zu denen in Punkt 11 angesprochenen biotechnologischen Verfahren zählt auch die De-Extinction, also der Prozess, eine ausgestorbene Tierart wieder ins Leben zurückzuholen. Die wichtigste Grundlage hierfür ist eine nahezu vollständige DNA-Sequenz der jeweiligen ausgestorbenen Art. Mit der gegenwärtigen Technologie kann die Wissenschaft diese DNA ohne große Mühen aus lebenden Organismen, gefrorenen Gewebeproben und manchmal sogar aus konservierten Museumsproben extrahieren.

Herausforderung „alte“ DNA

Ein viel größeres Problem ist es, „alte“ DNA aus archäologischen Stätten, im Permafrost gefrorene Proben oder Fossilien zu erhalten. Doch es gibt Hoffnung: Im Februar 2021 sequenzierten Wissenschaftler erfolgreich DNA, die mehr als eine halbe Million Jahre alt war, ihre Forschungsergebnisse sind in Nature Reviews nachzulesen (https://www.nature.com/articles/s43586-020-00011-0). Unter bestmöglichen Bedingungen und mit neuester Technologie liegt die Überlebensgrenze „alter“ DNA bei etwa einer Million Jahren. Die letzten Dinosaurier starben vor 65 Millionen Jahren aus, der Film Jurassic Park wird also in nächster Zeit nicht Realität werden. Möglich sind hingegen: Wollmammuts (vor 4.000 Jahren ausgestorben, Wandertauben (zuletzt um das Jahr 1900 gesehen), Dodos, Säbelzahntiger, Riesenalke und Quaggas.

Welchen Nutzen hat die De-Extinction?

Wie die Zeitschrift Genes (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6265789/) feststellt, besteht ein Hauptziel der De-Extinction darin, sogenannte Schlüsselarten zurückzubringen. Sie spielten vor ihrem Verschwinden eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung ihrer jeweiligen Ökosysteme und ermöglichten vielen anderen Arten das Überleben. Mammuts etwa warfen Bäume um, fraßen Gras und verbreiteten Samen durch ihre Fäkalien. Als sie verschwanden, ging die Biodiversität zurück, da die üppige Mammutsteppe durch Taiga-Nadelwälder und moosige Tundra ersetzt wurde. Wandertauben spielten eine ähnlich wichtige Rolle bei der Gestaltung der Laubwälder im östlichen Nordamerika.

Klonen und Artenschutz

Jeden Tag verschwinden schätzungsweise 30 bis 150 Arten für immer von der Oberfläche unseres Planeten. Unser wichtigstes Ziel sollte es deshalb sein, Lebensräume zu schützen und Arterhaltungsprogramme zu fördern. Dies ist erheblich weniger zeit- und kostenaufwendig als Arten einfach aussterben zu lassen und diese dann möglicherweise durch Klonen wiederauferstehen zu lassen. Trotzdem ist die De-Extinction ein interessanter Ansatz, der in Zukunft die konventionellen Artenschutzbemühungen unterstützen könnte – auch mithilfe der Politik

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