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Löwe in Berlin und Brandenburg gesichtet – Kein Grund für Populismus

2 Min. Lesezeit von Nicolas von Lettow-Vorbeck 1931 Mal gelesen

Seit gut 24 Stunden dominiert die angebliche Sichtung eines Löwen in Kleinmachnow (Brandenburg) und im Süden von Berlin die deutsche Presselandschaft. Ein ziemlich unscharfes, kurzes Video soll das gefährliche Raubtier zeigen, doch kein Zoo und kein privater Halter im Raum Berlin-Brandenburg vermisst einen Löwen. Haben wir es mal wieder mit einem klassischen (und bisher noch namenlosem) Sommerloch-Tier zu tun? Oder streift wirklich ein Löwe durch den Osten der Republik?

In den Medien ist der Löwe los

Ob echtes Raubtier oder Falschmeldung, eine so löwenstarke mediale Aufmerksamkeit zieht naturgemäß Trittbrettfahrer jeglicher Couleur magisch an. So twitterte die Berliner Grünen-Politikerin June Tomiak (26): „Die Haltung von Großkatzen ist kein Kaviarsdelikt. Ist es Zufall, dass Kleinmachnow als Hotspot der Reichen Tatort ist?“ Gemeint ist vermutlich ein Kavaliersdelikt und ein imaginärer Zusammenhang zwischen hohen Quadratmeterpreisen und Raubtierhaltung. Bei FOCUS Online klärt währenddessen ein Rechtsanwalt darüber auf, ob Löwen als Haustiere erlaubt oder verboten sind und im SWR gibt ein Experte aus Südbaden zu Protokoll: „Berliner Löwin ist brutal gefährlich. Sie kann einen Menschen mit Leichtigkeit töten.“

VDA-Präsident warnt vor Populismus

Im Windschatten der Löwen-Welle bringen sich auch die unermüdlichen Verfechter von Positivlisten in Stellung. Ihrer Meinung ist die aktuelle Hysterie Anlass genug, die Haltung von Exoten in Deutschland so schnell wie möglich zu verbieten. In der aufgehitzten Sommer-Debatte mahnt VDA-Präsident Jens Crueger einen kühlen Kopf zu behalten: „Wir haben in Deutschland sehr gute Gesetze, die die Haltung von Tieren, auch von gefährlichen, regeln. Dass es immer mal wieder zu Fällen kommt, bei denen gegen diese Gesetze und Verordnungen verstoßen wurde, ist kein Grund, in Populismus zu verfallen und nach neuen, vermeintlich härteren rechtlichen Regelungen zu schreien. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass es sich um ein Wildschwein und nicht um einen Löwen handelt.“

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