Login

Mein VDA

Klischees über die Vivaristik in Film und Literatur

Lesezeit: 4 Minuten

53 Mal gelesen

Wie blicken Menschen, die keine Aquarien oder Terrarien besitzen, auf unser Hobby? Wer keinerlei Berührungspunkte zur Vivaristik, einem entsprechenden Verein oder dem VDA hat, dessen Meinung wird von Gerüchten und der Darstellung in den Medien geprägt. Aktuelle Tagesmeldungen werden hier auf VDA-online oft thematisiert. Deshalb ist es interessant, den Blick auch einmal darauf zu richten, wie wir Aquarianer und Terrarianer im Film und in der Literatur dargestellt werden.

Berühmte Filme über unser Hobby

Im animierten Film „Findet Nemo“ von 2003 wird die Geschichte eines Clownfischs namens Nemo erzählt, der aus einem Aquarium entführt wird. Der Kinderfilm zeigt sowohl die Faszination als auch die potenziellen Risiken und Herausforderungen, die mit der Aquaristik verbunden sind. Problematisch: Unterschwellig wird suggeriert, dass Aquarientiere einen Freiheitsdrang haben und auf keinen Fall in menschlicher Obhut leben möchten. In „Jurassic Park“ (1993) liegt der Fokus auf der Wiederbelebung prähistorischer Kreaturen, dies beinhaltet auch Elemente der Terraristik, insbesondere in Bezug auf die Haltung und Kontrolle der Dinosaurier in ihren speziellen Gehegen. Thematisiert wird auch das Element der Gefährlichkeit fremdartiger Tiere in menschlicher Obhut. „The Shape of Water“ von 2017 bringt uns eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einer stummen Reinigungskraft und einem mysteriösen amphibischen Wesen näher, das in einem Wasserbecken gehalten wird. Hier wird die Beziehung zwischen Mensch und exotischem Lebewesen in einem aquatischen Umfeld beleuchtet.

Romane mit Bezug zur Vivaristik

„The Aquariums of Pyongyang: Ten Years in the North Korean Gulag“ von Kang Chol-Hwan und Pierre Rigoulot (2000) – Dieses Buch ist die autobiografische Erzählung von Kang Chol-Hwan über seine Zeit in nordkoreanischen Arbeitslagern. Obwohl das Hauptthema politische Unterdrückung ist, enthält das Buch auch Beschreibungen von Aquarien, die in den Lagern von Gefangenen gebaut wurden, um sich an die Außenwelt zu erinnern und Trost zu finden. „Raising Stony Mayhall“ von Daryl Gregory (2011). Dieser Roman ist eine Mischung aus Horror und Coming-of-Age-Geschichte über einen Jungen, der als Zombie geboren und von einer Familie adoptiert wird. Im Verlauf der Handlung spielt ein Terrarium eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Protagonisten und seiner Beziehung zur Welt um ihn herum. „The Ocean at the End of the Lane“ von Neil Gaiman (2013). Hier spielt ein Aquarium eine symbolische Rolle als Fenster in eine Welt des Übernatürlichen und der Erinnerungen. Das Aquarium dient als Portal für den Protagonisten, um sich an vergessene Ereignisse aus seiner Kindheit zu erinnern und sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Häufige Motive

Schaut man genauer hin, erkennt man wiederkehrende Motive in Bezug auf unser Hobby:

1. Exotische Schönheit und Faszination: Oft werden Aquarien und Terrarien als Orte der exotischen Schönheit und Faszination dargestellt, in denen seltene und farbenprächtige Tiere und Pflanzen leben. Diese Darstellung kann durchaus der Realität entsprechen, da Aquaristik und Terraristik tatsächlich die Möglichkeit bieten, faszinierende Lebensräume zu schaffen und exotische Arten zu pflegen.

2. Tierquälerei und Vernachlässigung: In einigen Werken werden Aquaristik und Terraristik als Form der Tierquälerei oder Vernachlässigung dargestellt, besonders wenn die Tiere in unangemessenen Bedingungen gehalten werden oder die Besitzer sich nicht ausreichend um sie kümmern. Diese Darstellung kann zutreffen, wenn Halter nicht genug über die Bedürfnisse ihrer Tiere informiert sind oder diese ignorieren.

3. Obsession und Fanatismus: In vielen Geschichten werden Aquarien- und Terrarienliebhaber als obsessiv oder fanatisch dargestellt. Sie stecken all ihre Zeit und Ressourcen in die Pflege und Gestaltung der Lebensräume für ihre Tiere und vernachlässigen menschliche Beziehungen. Diese Darstellung kann Vorurteile gegenüber Hobbys oder Leidenschaften widerspiegeln, die von Außen als ungewöhnlich, verschroben, antisozial oder übertrieben angesehen werden.

4. Spirituelle oder symbolische Bedeutung: In manchen Erzählungen werden Aquarien und Terrarien als Metaphern für das Leben, die Natur oder die menschliche Existenz verwendet, was ihnen eine spirituelle oder symbolische Bedeutung verleiht. Diese Darstellung kann dazu beitragen, die menschliche Verbindung zur Natur zu erforschen und tiefergehende Themen wie Freiheit, Begrenzung und Kontrolle zu beleuchten.

Fazit

Natürlich werden viele VDA-Mitglieder schmunzeln, wenn sie mit diesen Vorurteilen konfrontiert werden. Trotzdem ist es als begeisterter Aquarianer und Terrarianer wichtig, sich ein wenig mit dieser Thematik zu beschäftigen, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie wir als Vivaristen und VDA-Mitglieder von der breiten Masse wahrgenommen werden.

Textautor:
Nicolas von Lettow-Vorbeck M.A. 
VDA-Referatsleiter Medien
Pressekontakt:
Telefon: +49 157 88691949 
Facebook
Twitter
WhatsApp
Telegram
Email

Aquaristik früher: So sah ein Paludarium im Jahre 1963 aus

Glück, Geborgenheit, Gemeinschaft – deshalb sind Vereine so enorm wichtig!

Heute Schlange mit Sauerkraut: Sind Pythons der perfekte Ersatz für Huhn, Rind und Schwein?

3 Monate GRATIS Mitgliedschaft für DICH!

Komm bis 1. Oktober zum VDA und zahle bis 01.01.2024 keinen Mitgliedsbeitrag.

Werden Sie Mitglied im VDA!

Möchten Sie die Vivaristik gemeinsam voranbringen und eine echte Gemeinschaft mit Gleichgesinnten erleben? Dann sollten Sie jetzt dem VDA beitreten! Es lohnt sich!