10. Internationales Meerwassersymposium in Lünen begeistert die Besucher

Am Samstag begann die Vortragsreihe nach der Begrüßung mit einem Vortrag von Michael Mrutzek „Das Lankayan Projekt – Tourismus verbunden mit Umweltschutz und Bildung“. Lankayan ist eine zu Malaysia gehörende Insel vor der Nordostküste von Borneo. Dort gibt es Schutzgebiet, die „Sugud Islands Marine Conservation Area“, in dem das „Lankayan Island Dive Resort“ liegt. Diese Tauchbasis bietet Ökotourismus an.


Dieter Untergasser referierte im Anschluss über „Krankheiten der Meerwasserfische und ihre Behandlung“. Als Leiter des Arbeitskreis Fischkrankheiten im VDA hat er seit vielen Jahren Erfahrungen mit den verschiedenen Erkrankungen von Fischen, ihren Ursachen und ihrer Behandlung.


Burkhard Ramsch verglich im Anschluss die „Filtersysteme in modernen Hobby- und Großaquarien“. Er gliederte seinen Vortrag die in drei Gruppen: Filtertechnik die entfernt, umwandelt oder hinzufügt.

Die Filteranlagen in den Großaquarien funktionieren nach den selben Prinzipen, wie die kleinen Filter am heimischen Meerwasseraquarium. Sie sind jedoch deutlich größer und durch gezielte Steuerung der Anlagen effektiver.


In der Mittagspause gab es reichlich Gelegenheit für „Meet and Greet“. Besucher und Referenten diskutierten und tauschten Erfahrungen aus. Außerdem wurden die Präsentationsstände der Sponsoren besucht und Informationen zu neuen Produkten eingeholt. Es gab Gelegenheit alte Bekannte zu treffen und neue Bekanntschaften zu machen.


Nach der Pause war Marco Hasselmann mit seiner energiegeladenen Vortragsweise genau der richtige Referent, um die Besucher aus dem Mittagstief zu holen. Er berichtet in seinem Vortrag „Berliner Knorpel – Haie im Aquarium“ über die Erfahrungen von Haltung von Haien, Rochen und Chimären im Berliner Aquarium.


Im Anschluss berichteten Hans-Werner Balling und Dr. Marcus Wengel von der Firma Tropic Marin in ihrem Vortrag „Vom Kalkwasser zum Carbocalcium“ über die technischen Entwicklungen bei der Zugabe von Calcium und Karbonat in Riffaquarien.


Den Abschluss machte am Samstag der Meeresbiologe Stephan Moldzio mit seinem Vortrag über Korallen „Die Baumeister der Korallenriffe“.


Während des Abendessens konnten die Besucher sich in einem Video-Vortrag noch einmal in die „Unterwasserwelt von Lankanyan“ entführen lassen.


Am Sonntag begann Dr. Dieter Brockmann, der Vorsitzende der Gesellschaft für Meeresaquaristik in Ulm e. V. mit dem Thema „Korallenernährung – was ist dran an der Photosynthese?“ Es wurde deutlich, dass Photosynthese allein nicht ausreicht um Korallen zu ernähren, weil die Zooxanthellen zwar Energie, aber keine lebensnotwendigen Aminosäuren für den Aufbau von Eiweißen, DNA und dem Energietransporter ATP an die Koralle abgeben.


Dr. Ben Funk von ATI Aquaristik berichtet über „Meerwasser und Analysen“. Wasserproben aus Aquarien zeigen teilweise ungewöhnliche Zusammensetzungen, die zu Problemen führen. Problematisch sind zum Beispiel rostende Metallteile an Pumpen, die Eisen freisetzen. Von mancher Keramik-Deko werden Phosphat, Silizium und Lithium abgegeben. Riffmörtel kann die Werte von Silizium, Lithium und Chrom erhöhen. Ungespültes Frostfutter bringt große Mengen an Phosphat ins Aquarium. In Futter von minderwertiger Qualität wurden Antimon, Blei, Nickel, Zink und Zinn gefunden. Auch Salze wurden untersucht und in einem wurde Zink nachgewiesen. Es lohnt sich darum bei der Auswahl der Technik auf die Verarbeitung zu schauen und bei Futter und Salzen auf Qualität zu achten.


Marion Wille vom Aquazoo Löbbecke Museum berichtete vom „Sanieren im Bestand – eine ganz besondere Herausforderung für das Team des Aquazoo Löbbecke Museum“. Der Blick hinter die Kulissen des mehrjährigen Umbaus des Aquariums in Düsseldorf gab einen Einblick in die Probleme, die sich bei der Renovierung des Aquariums ergaben. Probleme bereiteten vor allem Staub und Späne von Metall, die bei den Arbeiten überall in die Becken und Rohre gelangten und bis heute trotz sorgfältiger Reinigung mit Magneten und wiederholtem Spülen die Wasserqualität in den Becken beeinträchtigen.


Samuel Nietzer vom Institut für Chemie und Meereskunde -Terramare in Wilhelmshaven stellte in seinem Vortrag „Korallen und ihre Symbionten: Klimawandel, Korallenfarben & Korallenzucht“ die Anpassungsfähigkeiten von Korallen an steigende Wassertemperatur dar. Korallen gehen Symbiosen mit Algen und Bakterien ein. Unter ungünstigen Bedingungen trennen sie sich von ihren Symbiosepartner und bleichen aus (Korallenbleiche). Symbiosepartner von Kalkkorallen sind Dinoflagellaten aus der Gattung Symbiodinium. Von ihnen gibt es verschiedene Typen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Temperaturtoleranz von Korallen davon abhängt, welcher der Typen mit ihnen eine Symbiose eingeht. Leider ist es nicht möglich, dass eine gebleichte Koralle einen neuen, besser geeigneten Symbiosepartner aufnimmt. Es ist aber möglich, bei der generativen Nachzucht von Korallen diese gezielt mit den Dinoflagellaten-Typen anzuimpfen, die toleranten gegen höhere Temperaturen sind.


Elena Theys von Seepferdchen24 Meeresaquaristik berichtete dann über „Florida-Zwergseepferdchen – Besonderheiten bei der Haltung und Zucht“. Die nur etwa 2 cm großen Zwergseepferdchen sind relativ leicht zu halten und auch gut nach zu züchten. So wohl die Adulten, als auch die Nachzuchten fressen Artemia-Nauplien und Seewassercopepoden.


Zum Abschluss des Symposiums gab Ehsan Dashti, der Inhaber der Firma Triton, einen Ausblick auf die „Moderne Riffaquaristik“, die durch die Nutzung neuer Techniken und die Einbindung von aktuellen Forschungsergebnissen immer bessere Lebensbedingungen für die Tiere bieten kann.


Ein großer Dank geht an alle Mitglieder des Organisationsteams um Marcel Bohnekamp, Ulrich Plester, Marcel Baumann und Herrmann Karschnia, die mit viel Sorgfalt und Einsatz ein großartiges Event organisiert haben. Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen war auch die finanzielle Unterstützung durch die Sponsoren. Das 10. Meerwasser Symposium Lünen wurde mit der Unterstützung der Sponsoren Tropic Marin, Sander, Triton, Aquarium Münster, AquaCare, Sera, Tunze, NTV-Verlag, Mega Zoo, ARKA, Aqua Medic, der Volksbank Lünen und dem Ringhotel am Stadtpark realisiert.


Die Teilnehmer des Symposiums waren sehr zufrieden und einige erkundigten sich auch gleich nach dem Termin für das nächste Treffen. Da das Symposium in Lünen im Wechsel mit dem Meerwasser-Symposium im Klimahaus in Bremerhaven stattfindet, wird das 11. Meerwasser Symposium Lünen voraussichtlich im Herbst 2020 stattfinden.