Apistogramma borellii

  • Apistogramma borellii (REGAN, 1906)
    Borellis Zwergbuntbarsch



    1. Herkunft

    Südamerika: Der Typusfundort ist Carandasiñho im Rio Paraguay Becken, Bundestaat Mato Grosso, Brasilien. Die Verbreitung erstreckt sich weiter über den Río Paraná, Río Paraguay und Uruguay Flusssysteme in Brasilien, Paraguay, Argentinien und Uruguay.


    2. Lebensraum

    A. borellii stammen hauptsächlich aus stehenden, bzw. langsam fließenden Klarwasserbiotopen, seltener aus Weißwasserbiotopen. Je nach Fluss ist das Wasser in den Biotopen sehr weich (GH <1-2 °dH; KH <1-4 °dH) mit einer Leitfähigkeit von 10-100 µS/cm. Der pH-Wert reicht von 5,5 bis 7,6. Die Temperaturen variieren aufgrund des weiteren Verbreitungsgebietes. In Subtropischen Teilen kann die Temperatur auf bis zu 10 °C sinken (nicht für die Dauerhaltung!).

    Syntope Fische (gemeinsam vorkommend) sind u.a. Apistogramma commbrae, Apistogramma trifasciata, Cichlasoma dimerus, Laetacara dorsigera (Tüpfelbuntbarsch), Crencichla lepidota, Gymnocorymbus ternetzi (Trauermantelsalmler), Corydoras hastatus (Sichelfleck-Panzerwels), Corydoras paleatus (Marmorierter Panzerwels), Phalloceros caudimaculatus, Rivulus punctatus, Pterolebias phasianus, Cynolebias nigripinnis, Cynolebias bellottii. Klarwasserbiotope sind z.T. reich an Pflanzen, wie z.B. Ludwigia inclinata, Cabomba furcata, C. caroliniana, Eichhornia diversifolia, E. crassipes, E. azurea, Myriophyllum aquatica, Echinodorus grandiflorus.

    3. Größe

    M: 6 cm W: 4 cm


    4. Geschlechter

    M: Größer und hochrückiger, bläuliche hintere Körperhälfte, Kopf und Brust gelb (gelbe Morphe). Es gibt aber auch eine blaue Morphe (A. sp. "Opal") mit roter Zeichnung im Kopfbereich. Sowohl die gelbe und auch die blaue Farbmorphe können in der Natur gemeinsam vorkommen (=polychromatisch). Die Dorsale ist ausgezogen und die Membranen zwischen den Hartstrahlen sind miteinander verwachsen. Die Flossen schimmern gelb bzw. blau. Ein zickzackförmiger, verwaschener, schwarzer Längsstreifen befindet sich auf der hinteren Körperseite. Dieses Band kann bis in die Schwanzflosse (Caudale) reichen.


    W: Kleiner und von meist unscheinbarer Färbung. Weibchen bekommen während der Brutpflege eine für Apistogramma typische gelbe Grundfärbung


    5. Wasserwerte

    Temperatur: Dauerhaltung bei 22 bis 25 °C; Die Tiere sollen kräftiger und widerstandsfähiger werden, wenn die Temperatur auch kurzzeitig zwischen 15-20 °C beträgt. Hierfür bietet es sich an, das Aquarium ohne Heizung zu betreiben (sofern die Außentemperaturen nicht zu extrem sind) und den jahreszeitlichen Temperaturen ihren Lauf lassen.

    Härte: weich bis mittelhart

    pH-Wert: sauer bis neutral


    Nachzuchten von A. borellii sind im Allgemeinen unempfindlicher was die Wasserchemie betrifft. Auf regelmäßige Wasserwechsel und somit eine gute Hygiene sollte dennoch geachtet werden.


    6. Haltung

    1,1 bis max. 1,2, doppelte Grundfläche für jedes weitere M


    7. Vergesellschaftung

    Mit friedlichen Arten, z.B. den meisten südamerikanischen Salmlern oder Panzerwelsen gut möglich. Die Liste der syntopen Fische unter "Lebensraum" zeigt ebenfalls viele Beispiele für mögliche Begleitfische, allerdings muss hier genau geprüft werden, ab welcher Beckengröße diese miteinander gepflegt werden können, und ob die kleineren Apistogramma nicht von größeren Arten der Liste (z.B. Crencichla lepidota) unterdrückt werden könnten. Die Gegebenheiten aus der Natur lassen sich nicht 1:1 auf den beengten Lebensraum Aquarium übertragen und die Haltung mit Prädatoren sollte vermieden werden.


    8. Futter

    Karnivor. Ausgewogene Ernährung mit Lebend-, Frost- und Trockenfutter. Z.B. Daphnien, Artemia, Tubifex, schwarze, rote und weiße Mückenlarven, etc.


    9. Beckengröße und Einrichtung

    Ab 60 cm für ein Paar. Gut strukturiertes Aquarium mit teilweise dichter Bepflanzung (siehe "Lebensraum"), Wurzeln und Höhlen auf feinem Sand. Eine Laubschicht wirkt sich positiv aus. Höhlen können in Form von Wurzeln, Bambusröhren, halbierten Kokosnussschalen oder aus Ton angeboten werden.


    10. Vermehrung

    Versteck- und Höhlenbrüter (Substratlaicher). Zur Zucht sollte die Temperatur auf 25-30 °C angehoben werden. Das Wasser kann auch zur Zucht mittelhart und leicht alkalisch sein. Die Inkubationszeit der Eier beträgt ca. 5-6 Tage. Die Jungfische fressen gleich Artemia-Nauplien und Microwürmchen. In einem nicht zu stark besetzten Aquarium kommen meistens einige Jungtiere durch, vor allem wenn mit dem vorher genannten Aufzuchtfutter zugefüttert wird. Mann-Mutter-Familie: Das Weibchen betreibt die engere Brutpflege und bewacht das Gelege, das Männchen bewacht das Territorium und beteiligt sich dann am Führen der freischwimmenden Jungfische. Die Männchen neigen auch zur Haremsbildung.


    11. Sonstiges

    Bis Ende der 70er Jahre wurde der Name A. borellii fälschlicherweise für A. cacatuoides verwendet. Daher handelt es sich bei älterer Literatur über A. borellii eigentlich um A. cacatuoides.

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