Herausforderungen in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise trifft uns als Verband in mehrfacher Hinsicht. Einerseits ist es derzeit für die einzelnen Vereine unmöglich, ihr Vereinsleben aufrechtzuhalten – an einen normalen Betrieb oder Börsen ist aktuell gar nicht zu denken. Andererseits versuchen die sogenannten Tierrechtler auf der Corona-Welle mit zuschwimmen und die aktuelle Pandemie zum Anlass zu nehmen, ganzheitliche Verbote des Wildtierhandels zu fordern. Diese Bedenken wurden in einem gemeinsamen offenen Brief verschiedener europäischer Verbände aus dem Bereich Zootierhandel formuliert und können als Mahnung an die Politik verstanden werden, den Wildtierhandel nicht leichtfertig pauschal zu verbieten, sondern Regelungen auf wissenschaftsbasierter Grundlage mit vernünftiger Regulierung und angemessenen Folgemaßnahmen zu finden. Den offenen Brief in englischer Sprache findest Du hier: https://www.dropbox.com/s/td9x…de%20%28FINAL%29.pdf?dl=0






CITES, Artenschutz und Wildtierhandel




Der Wildtierhandel unterliegt derzeit den Beschränkungen der als Washingtoner Artenschutzabkommen (oder Artenschutzübereinkommen) bekannten CITES-Bestimmungen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), welchen sich mittlerweile 183 Staaten weltweit verpflichtet fühlen. In diesem Abkommen werden Tiere und Pflanzen in drei verschiedenen Anhängen gelistet, wobei die im Anhang 1 gelisteten Tiere einem generellen kommerziellen Handelsverbot unterliegen. Die Arten im Anhang 2 unterliegen hingegen bestimmten Regelungen, welche vor allem von den exportierenden Staaten aufgestellt werden. Im Anhang 3 hingegen finden sich Arten, die in einem Land als gefährdet eingestuft werden, die in angrenzenden Ländern jedoch nicht gefährdet sind.



Die Umsetzung der CITES-Richtlinien wird in Deutschland über das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung geregelt. CITES ist nicht frei von Kritik, so sorgen die laufenden Änderungen bei einigen Tierhaltern durchaus für Unsicherheiten und zudem ist nicht jede stattfindende Listung tatsächlich objektiv nachvollziehbar. Ein sehr ausführlicher Bericht, der auch kritische Anmerkungen zum CITES-Reglement beinhaltet, wurde von Gerhard Egretzberger, Richard Gemel und Peter Praschag verfasst und ist in der aktuellen Ausgabe der ÖGH-Aktuell (Nr. 54, S. 5-17) zu finden. Bei aller berechtigten Kritik an der Ausgestaltung des Abkommens, wie beispielsweise der sich national teils stark unterscheidenden und somit sehr heterogenen Umsetzung und der Frage, ob es überhaupt ausreichende Bestandserhebungen für die Populationen der gelisteten Arten gibt, muss man dennoch anerkennen, dass es sich hierbei um ein Übereinkommen handelt, dass global einen gewissen Handlungsrahmen vorgibt. Sicherlich sind auch einige Listungen Ergebnis von rein politischen Erwägungen. Der Sinn der CITES-Bestimmungen, den Artenschwund zu verhindern ist jedoch ein nicht nur erstrebenswertes, sondern notwendiges Ziel. Wir als VDA vermitteln gegenüber der Politik bei jeder sich bietenden Gelegenheit unser Selbstverständnis als Artenschutzverband. Dies bedeutet, dass wir einerseits die Erwartung an unsere Mitglieder haben, dass diese sich an die Vorgaben des Washingtoner Artenschutzübereinkommens halten. Gleichzeitig machen wir aber auch auf die vielen Arterhaltungsprojekte aufmerksam, die nur durch die Expertise von Privathaltern durchgeführt werden können.



Wir als vernunftorientierte Tierhalter sollten aufpassen, dass die aktuell sehr mit Angst geführte Debatte um „den Wildtierhandel“ nicht zu viel Gehör in bestimmten politischen Kreisen findet und müssen auch in Zukunft alles daran setzen, eine wissenschaftlich fundierte und faktenbasierte Artenschutzpolitik zu unterstützen.



Artenschutzprojekte und private Tierhaltung schließen sich nicht aus, denn gerade in der Aquaristik kennen wir viele Arten, die in der Natur bedroht, in heimischen Aquarien von engagierten Aquarianern über Jahre zuverlässig und regelmäßig gezüchtet werden. Als ein Beispiel sollen hier nur die mexikanischen Hochlandkärpflinge genannt werden, die in ihrer Heimat durch den Bau von Staudämmen und intensive Landwirtschaft bedroht sind.


Xenotoca doadrioi Xenotoca doadrioi Foto: Kathrin Glaw



Ameca splendens Ameca splendens Foto: Kathrin Glaw



Allodontichthys polylepis Allodontichthys polylepis Foto: Kathrin Glaw