Wie kann ich das Wasser in meinem Aquarium kühlen?

Wassertemperaturen von 28 °C oder sogar 30 °C und darüber sind für die meisten Zierfische, Garnelen und Krebse lebensbedrohlich. Besonders empfindlich sind Korallen im Meerwasseraquarium. Im Sommer kann das Wasser im Aquarium schnell zu warm werden, wenn die Raumtemperatur im Aquarienzimmer durch sommerliche Hitze auf Werte über 28°C steigt. Um zu vermeiden, dass das Aquarium zu warm wird, hilft es die Raumtemperatur niedrig zu halten und Wärmequellen zu reduzieren.

  • Nachts oder morgens lüften, wenn es kühler ist.
  • Tagsüber den Raum mit Rollos und Vorhängen vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.
  • Vorhandene Klimaanlagen im Raum mit dem Aquarium auch laufen lassen, wenn niemand zu Hause ist.
  • Am Aquarium Leuchtmittel verwenden, die wenig Wärme abgeben (LED).

Erwärmt sich das Wasser im Aquarium trotzdem zu stark, müssen Gegenmaßnahme ergriffen werden. Zum Abkühlen von Aquariumwasser gibt es 4 Möglichkeiten.

1. Wasserwechsel mit kaltem Wasser aus der Leitung Wasserhahn Foto: pexels.com

Vorteile:

  • Bei Süßwasseraquarien in der Regel schnell und effektiv wirksam und darum besonders geeignet, wenn das Aquarium schnell abgekühlt werden muss.
  • Abhängig von der Temperatur des Leitungswassers ist eine Temperaturabsenkung um 5 bis 8 °C möglich.

Nachteile:

  • Nicht geeignet für Riffaquarien oder Süßwasseraquarien, die mit aufbereitetem Wasser betrieben werden, weil sich der Wasserwechsel auf die chemische Zusammensetzung des Wassers auswirkt.
  • Weil sich das frische Wasser bei hoher Raumtemperatur erwärmt, hat der Wasserwechsel nur vorrübergehende Wirkung.

2. Kühlakkus oder eingefrorenen Wasserflaschen als Kühler

Vorteile:

  • Das Eis in den Kühlakkus und den Wasserflaschen nimmt beim Schmelzen Wärme aus dem Wasser auf und kann ja nach Größe des Aquariums und Größe der Kühler die Temperatur um 1 bis 2 °C senken.
  • Diese Art der Kühlung, wirkt sich nicht auf die chemische Zusammensetzung des Wassers aus und ist darum auch für Aquarien geeignet, die nicht mit Leitungswasser betrieben werden.

Nachteile:

  • Wirkt nur kurzzeitig, bis das Eis aufgetaut ist und sich das Wasser in den Kühlern aufgewärmt hat.
  • Als dauerhafte Lösung nicht wirksam genug.

3. Ventilatoren für stärkere Verdunstung

Ventilator Foto: pexels.com Vorteile:

  • Abhängig von der Größe des Aquariums und der Stärke des Kühlgebläses kann die Temperatur des Aquarienwassers um 2 bis 4 °C gesenkt werden.
  • Der Kühleffekt hält so lange an, wie das Gebläse läuft.

Nachteile:

  • Verstärkte Verdunstung erhöht die Luftfeuchtigkeit im Zimmer und macht das regelmäßige Nachfüllen von destilliertem Wasser im Aquarium notwendig.
  • Die Abdeckung des Aquariums muss dabei offen sein, was bei springenden Fischen und kletternden Garnelen und Krebsen zu einem Problem werden kann.
  • Wer mehrere Aquarien hat, braucht für jedes Aquarium ein Kühlgebläse.


4. Durchlaufkühler, durch die das Wasser gepumpt wird

Vorteile:

  • Durchlaufkühler sind sehr effektiv und können das Wasser je nach Aquarienvolumen und Geräteleistung um 5 bis 10 °C abkühlen.
  • Die Zieltemperatur kann eingestellt werden.
  • Ein Durchlaufkühler kann sowohl für ein Süßwasseraquarium als auch für ein Meerwasseraquarium verwendet werden.


Nachteile:

  • Der Anschaffungspreis ist hoch. Einen Durchlaufkühler für ein 100 Liter Aquarium kostet etwa zwischen 350 und 550 €. Ein Gerät für Aquarien mit 1500 Liter Fassungsvermögen kosten rund 1300 €.


Weitere Infos

Mehr Informationen über die Kühlung von Aquarium-Wasser findet ihr hier: „Regelung der Wassertemperatur im Aquarium“


Text: Maike Wilstermann-Hildebrand